Eisklettern im Pitztal 2010 |
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Autor: Martin Turra |
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Thomas beim Fädeln der Abalakov-Eissanduhr (c) Martin Turra |
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Am Samstag geht es nach dem Frühstück endlich los. Der Himmel ist nur leicht bewölkt, doch es ist saukalt. Wir fahren zur Kitzgartenschlucht, eine Art Eisklettergarten. Hier sind mehrere kleine und größere Eisfälle nebeneinander, so dass viele Einsteiger und „Lehrgruppen“ hier einsteigen. Fritz baut uns für unsere ersten Versuche mehrere Toprope-Routen. Wir bekommen ein erstes Gefühl für die unbekannte Materie. Das Eis sieht schön aus, ist aber an der Oberfläche durch den langen Superfrost spröde. Deshalb sind mit jedem Setzen der Geräte einige Schläge nötig, bei denen ordentlich Eisplatten zu Boden rauschen. Wir lernen das Setzen von Eisschrauben und das Bohren von Eissanduhren und merken kaum, wie schnell der Tag vorüber geht. Am Abend beim Essen beschweren sich zwar unsere Schultern, doch morgen soll es dann mal richtig losgehen! |
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Dany, Thomas, Henrik, Fritz, Heike (vl) (c) Martin Turra |
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Am heutigen Sonntag ist das Wetter noch schöner. Es geht wieder in die Kitzgartenschlucht. Da wir aber auch etwas von der Sonne haben möchten, wählen wir den kleinen Eisfall direkt am Bachufer aus. Hier machen wir unsere Fortschritte und können das erste Mal selber vorsteigen. Ich persönlich habe mittlerweile „Schaum vorm Mund“ - kann gar nicht mehr genug bekommen. Trotz der bedingt geeigneten 12 - Zacken - Alpinsteigeisen habe ich mittlerweile Vertrauen in die „lebendige Vertikale aus hartem Wasser“ bekommen. Auch Henrik ist begeistert und würde sogar im Dunkeln mit Stirnlampe weiterklettern! |
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Doch was sollen wir jetzt am Dienstag machen? Während Fritz einen Lazaretttag in der Pension einlegt, machen Dany und Heike einen Langlaufausflug durch das Pitztal. Tom, Henrik und ich wollen aber nicht noch einen weiteren Tag verlieren. Schließlich sind wir zum Eisklettern hergekommen. Also muss ich als Bergführer einspringen und suche im Wasserfallführer nach einem geeigneten, einfachen Objekt, dem ich gewachsen sein sollte. Ich wähle einen Eisfall bei Jerzens aus, doch finden wir auf dem steilen, gefrorenen Waldboden keinen sicheren Zustieg dorthin. Die Kitzgartenschlucht kommt für uns nicht in Frage, zu viel Betrieb und zu langweilig. |
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Thomas an der Kerze im unteren Luibisbodenfall (c) Martin Turra |
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Es ist Aschermittwoch und Abreisetag. Wir müssen erst gegen Mittag abfahren, so kann ich dem Drang zum Eis doch noch einmal nachgehen. Fritz’ Schulter ist nicht besser geworden. Tom, Henrik und ich beeilen uns mit dem Packen und Frühstück und fahren zeitig zum Luibisbodenfall. Diesmal ist niemand da. Ich kann loslegen. Neben meinen fünf Eisschrauben hab ich mir noch eine Hand voll vom Fritz ausgeliehen. Die erste eigene Seillänge! Es ist ganz schön anstrengend die ganze Zeit in den Eisgeräten zu hängen und die Schrauben zu setzen. Aber es macht mir sogar Spaß. Trotzdem bin ich froh, als ich am Umlenk-Baum ankomme. Leider ist das Seil zum Ablassen zu kurz, und ich muss Tom nachkommen lassen. „Du bist ja verrückt, so etwas vorzusteigen!“, sagt er, als er oben ankommt. Nachdem die Schrauben jetzt raus sind, reichen beiden Seilenden bis zum Grund. Wir können im Toprope noch einige Linien üben. Ein tolle senkrechte Kerze ist auch dabei. Doch leider müssen wir bald die Heimreise antreten. |
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